Die GmgV Steuererklärung: Ein umfassender Leitfaden

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Stand: April 2026

Seit Anfang 2026 bewegt ein Thema die deutsche Unternehmerschaft: Die geplante Gesellschaft mit gebundenem Vermögen, kurz GmgV. Wer sich mit dieser neuen Rechtsform befasst, fragt zuallererst nach den steuerlichen Konsequenzen. Welche Erklärungspflichten kommen auf eine GmgV zu? Wie wird sie besteuert? Und was unterscheidet die GmgV Steuererklärung von derjenigen einer herkömmlichen GmbH? In diesem Beitrag ordnen wir die steuerlichen Rahmenbedingungen für Sie ein — auf Basis des Rahmenkonzepts, das im März 2026 vom Bundesjustiz- und Bundesfinanzministerium vorgelegt wurde.

Die GmgV Steuererklärung: Ein umfassender Leitfaden
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Die GmgV auf einen Blick: Rechtsform mit Vermögenssperre

Bevor wir die steuerlichen Details beleuchten, lohnt sich ein kurzer Blick auf das Wesen der GmgV. Im Kern handelt es sich um eine körperschaftlich organisierte Unternehmensform, bei der sämtliche erwirtschafteten Überschüsse im Betrieb verbleiben müssen. Gesellschafter — oder treffender: Mitglieder — können weder Dividenden beziehen noch Anteile verkaufen. Das Vermögen ist dauerhaft an das Unternehmen gekoppelt.

Dieser Mechanismus, in der Fachdiskussion als „Asset Lock“ bezeichnet, soll verhindern, dass Unternehmen durch kurzfristige Entnahmen ausgehöhlt oder im Zuge von Nachfolgen zerschlagen werden. Gerade inhabergeführte Betriebe, die keinen Familiennachfolger haben, könnten davon profitieren. Gleichzeitig sollen auch junge Unternehmen die Möglichkeit erhalten, unabhängig von Risikokapitalgebern zu wachsen.

Rechtlich betrachtet wird die GmgV keine Abwandlung der GmbH sein. Vielmehr plant der Gesetzgeber ein eigenständiges Gesetz — das „Gesetz über die Gesellschaft mit gebundenem Vermögen“ (GmgVG). Die GmgV tritt damit als vierte große Körperschaftsform neben GmbH, AG und Genossenschaft.

Bitte beachten Sie: Sämtliche Ausführungen in diesem Artikel basieren auf dem Rahmenkonzept von BMJV und BMF vom März 2026. Es handelt sich um einen Diskussionsvorschlag, der noch nicht regierungsintern abgestimmt ist. Ein Gesetzentwurf existiert noch nicht. Vor jeder unternehmerischen Entscheidung sollten Sie Rücksprache mit Ihrem Steuerberater halten.

Warum die Vermögensbindung steuerlich relevant ist

Die Tatsache, dass Gewinne nicht ausgeschüttet werden dürfen, hat unmittelbare Folgen für die Besteuerung. Bei einer klassischen GmbH oder AG entsteht auf Gesellschafterebene eine zweite Steuerstufe, sobald Dividenden fliessen — die Abgeltungsteuer oder das Teileinkünfteverfahren. Bei der GmgV entfällt diese Ebene vollständig, weil es keine Ausschüttungen gibt. Gleichzeitig verbleibt der gesamte Gewinn in der Gesellschaft und wird dort steuerlich erfasst.

Für die Praxis bedeutet das: Die Steuerbelastung auf Unternehmensebene bleibt gleich, aber die Gesamtbelastung fällt niedriger aus als bei einer GmbH, die Gewinne ausschüttet. Allerdings können die Mitglieder persönlich nicht vom Unternehmensgewinn profitieren — ein bewusst gewollter Effekt.


Welche Steuern eine GmgV voraussichtlich zahlen muss

Das Rahmenkonzept stellt klar: Die GmgV soll steuerlich an die Regelungen für Genossenschaften angelehnt werden. Im Ergebnis unterliegt sie denselben Steuerarten wie andere Kapitalgesellschaften — ohne Sonderprivilegien, aber auch ohne Benachteiligungen.

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Körperschaftsteuer: 15 Prozent auf den Gewinn

Der Körperschaftsteuersatz beträgt 15 Prozent des zu versteuernden Einkommens. Darauf wird der Solidaritätszuschlag in Höhe von 5,5 Prozent der Körperschaftsteuer erhoben. Zusammengenommen ergibt sich eine Belastung von rund 15,83 Prozent allein durch diese beiden Abgaben.

Ein Zahlenbeispiel: Erwirtschaftet eine GmgV einen Jahresgewinn von 200.000 Euro, fallen 30.000 Euro Körperschaftsteuer an. Der Solidaritätszuschlag beträgt darauf 1.650 Euro. In Summe: 31.650 Euro.

Gewerbesteuer: Vom Hebesatz der Gemeinde abhängig

Wie jede Kapitalgesellschaft ist die GmgV gewerbesteuerpflichtig. Der Gewerbeertrag wird mit der Steuermesszahl von 3,5 Prozent multipliziert, und darauf wendet die Gemeinde ihren individuellen Hebesatz an. Der aktuelle gesetzliche Mindest-Hebesatz liegt bei 200 Prozent. Ab dem Erhebungszeitraum 2027 soll er auf 280 Prozent angehoben werden — das betrifft sämtliche Kapitalgesellschaften und damit auch eine künftige GmgV.

Wichtig für Sie: Den Gewerbesteuer-Freibetrag von 24.500 Euro, den Einzelunternehmer und Personengesellschaften nach Paragraph 11 Absatz 1 GewStG beanspruchen können, gibt es für Kapitalgesellschaften nicht. Die GmgV zahlt Gewerbesteuer ab dem ersten Euro Gewerbeertrag.

Bei unserem Beispiel (200.000 Euro Gewinn) und einem Hebesatz von 400 Prozent ergibt sich folgende Rechnung: 200.000 Euro mal 3,5 Prozent ergibt einen Steuermessbetrag von 7.000 Euro. Multipliziert mit dem Hebesatz von 400 Prozent ergibt das eine Gewerbesteuer von 28.000 Euro.

Umsatzsteuer: Geschäftsübliche Pflichten

Die GmgV unterliegt der Umsatzsteuer mit dem Regelsatz von 19 Prozent — beziehungsweise 7 Prozent bei ermäßigten Leistungen. Ob Befreiungstatbestände greifen, hängt von der konkreten Tätigkeit ab. Im Regelfall gelten dieselben Pflichten wie für jedes andere Unternehmen.

Ersatzerbschaftsteuer: Die steuerliche Besonderheit der GmgV

Hier trennt sich die GmgV von herkömmlichen Kapitalgesellschaften. Weil Mitgliedschaften weder übertragbar noch vererbbar sind, greift ein Mechanismus aus dem Stiftungsrecht: die Ersatzerbschaftsteuer. Sie wird in regelmäßigen Zeitabständen auf das angesammelte Gesellschaftsvermögen erhoben — vergleichbar mit der Regelung bei Familienstiftungen, wo alle 30 Jahre ein fiktiver Erbfall simuliert wird.

Die genauen Parameter — Turnus, Bemessungsgrundlage, Steuersätze — sind im Rahmenkonzept noch nicht abschliessend festgelegt. In der Fachwelt wird bereits diskutiert, ob diese Gleichstellung mit Familienstiftungen sachgerecht ist, da die GmgV gerade nicht der Versorgung von Familienangehörigen dient.

  • Körperschaftsteuer. 15 Prozent auf den Unternehmensgewinn, zuzüglich 5,5 Prozent Solidaritätszuschlag auf die Körperschaftsteuer.
  • Gewerbesteuer. Abhängig vom kommunalen Hebesatz; kein Freibetrag für Kapitalgesellschaften. Mindest-Hebesatz ab 2027 voraussichtlich 280 Prozent.
  • Umsatzsteuer. Regelsatz 19 Prozent, ermäßigter Satz 7 Prozent — wie bei jedem umsatzsteuerpflichtigen Unternehmen.
  • Ersatzerbschaftsteuer. Periodische Besteuerung des gebundenen Vermögens nach dem Vorbild der Familienstiftung. Konkrete Ausgestaltung steht noch aus.

Die GmgV Steuererklärung in der Praxis

Als juristische Person mit Körperschaftscharakter wird die GmgV denselben formalen Anforderungen unterliegen wie eine GmbH oder AG. Das betrifft sowohl die laufende Buchführung als auch die jährlichen Erklärungspflichten gegenüber dem Finanzamt.

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Welche Erklärungen jährlich abzugeben sind

Für die GmgV werden voraussichtlich folgende Steuererklärungen erforderlich sein:

  • Körperschaftsteuererklärung. Sie wird elektronisch über ELSTER übermittelt und bildet die Grundlage für die Festsetzung der Körperschaftsteuer. Ohne steuerliche Vertretung endet die Abgabefrist für den Veranlagungszeitraum 2025 am 31. Juli 2026. Mit Steuerberater verlängert sich die Frist auf den 1. März 2027.
  • Gewerbesteuererklärung. Sie wird gesondert beim zuständigen Finanzamt eingereicht. Die vierteljährlichen Vorauszahlungen auf die Gewerbesteuer werden jeweils zum 15. Februar, 15. Mai, 15. August und 15. November fällig.
  • Umsatzsteuererklärung. Neben der jährlichen Erklärung sind monatliche oder vierteljährliche Voranmeldungen abzugeben — in der Regel bis zum 10. des Folgemonats. Ob monatlich oder quartalsweise gemeldet wird, richtet sich nach der Umsatzsteuer-Zahllast des Vorjahres.

Je nach Entwicklung des Gesetzgebungsverfahrens könnte für die Ersatzerbschaftsteuer ein weiteres Erklärungsverfahren hinzukommen, dessen Einzelheiten bislang aber nicht bekannt sind.

Doppelte Buchführung ist Pflicht

Als Körperschaft ist die GmgV zwingend zur doppelten Buchführung verpflichtet. Eine vereinfachte Einnahmen-Überschuss-Rechnung, wie sie Freiberuflern oder kleinen Gewerbetreibenden offensteht, ist für Kapitalgesellschaften ausgeschlossen — unabhängig von der Unternehmensgröße. Wer eine GmgV gründet, muss also von Anfang an eine ordnungsgemäße Bilanz aufstellen.

Jahresabschluss und Publizitätspflichten

Kapitalgesellschaften müssen ihren Jahresabschluss im Bundesanzeiger offenlegen. Die Frist beträgt maximal zwölf Monate nach dem Abschlussstichtag. Wer sein Geschäftsjahr am 31. Dezember beendet, muss den Abschluss also spätestens bis zum 31. Dezember des Folgejahres einreichen.

Für die GmgV kommt eine zusätzliche Kontrollinstanz hinzu: Sie soll einem genossenschaftlichen Prüfungsverband angehören, der je nach Unternehmensgröße jährlich oder alle zwei Jahre prüft. Damit geht die Überwachung über das bei einer GmbH übliche Mass hinaus — ein Aspekt, der bei der Kosten- und Aufwandsplanung berücksichtigt werden sollte.

Zusammengefasst: Die GmgV Steuererklärung wird sich von der einer GmbH im Wesentlichen nicht unterscheiden: Körperschaftsteuer-, Gewerbesteuer- und Umsatzsteuererklärung, doppelte Buchführung, Offenlegung im Bundesanzeiger. Der entscheidende Zusatzaspekt ist die Ersatzerbschaftsteuer, deren genaue Erklärungsmodalitäten noch festzulegen sind.


Wer sollte sich näher mit der GmgV beschäftigen?

Die GmgV ist nicht für jeden Unternehmer die passende Wahl. Sie richtet sich an Menschen, die den langfristigen Bestand ihres Unternehmens über persönliche Gewinnentnahmen stellen. Typische Szenarien sind Familienunternehmen ohne geeigneten Nachfolger, Start-ups mit gesellschaftlichem Auftrag oder Betriebe, deren Gründer sich schrittweise zurückziehen möchten, ohne das Unternehmen an externe Investoren zu verkaufen.

Allerdings bringt die Vermögensbindung auch Einschränkungen mit sich. Wer auf Ausschüttungen angewiesen ist oder Wachstumskapital über den Verkauf von Unternehmensanteilen einwerben möchte, findet in der GmgV keine geeignete Struktur. Auch die geplante Ersatzerbschaftsteuer sollte nicht unterschätzt werden — gerade bei Unternehmen, die über Jahrzehnte erhebliches Vermögen aufbauen.

Die Reaktionen aus der Fachwelt sind gemischt. Befürworter sehen in der GmgV eine längst überfällige Lösung für das Nachfolgeproblem im Mittelstand. Kritiker monieren offene Punkte beim Gläubigerschutz, bei der Führungskräftegewinnung und bei der Frage, ob die Erbschaftsteuer-Parallele zur Familienstiftung sachgerecht ist.

Was derzeit noch ungeklärt ist

Das Rahmenkonzept lässt eine Reihe von Fragen offen, die für die steuerliche Planung erheblich sind:

  • Mindestkapital. Ob und in welcher Höhe eine Mindesteinlage vorgeschrieben wird, steht noch nicht fest. Der akademische Entwurf schlug 5.000 Euro vor.
  • Prüfungsrhythmus und -kosten. Je nach Unternehmensgröße soll der Prüfungsverband jährlich oder alle zwei Jahre tätig werden. Schwellenwerte und Gebührenstruktur sind noch offen.
  • Details der Ersatzerbschaftsteuer. Turnus, Bemessungsgrundlage und Steuersätze müssen noch gesetzlich geregelt werden.
  • Zeitplan. Ein konkretes Datum für das Inkrafttreten des GmgVG liegt nicht vor. Nach dem Konsultationsverfahren mit Ländern und Verbänden folgt erst der eigentliche Gesetzentwurf.

Wer die Entwicklung beobachten möchte, sollte die Veröffentlichungen des Bundesjustiz- und Bundesfinanzministeriums verfolgen und regelmäßig Rücksprache mit seiner Steuerberaterin oder seinem Steuerberater halten.


Häufig gestellte Fragen

Was genau ist die GmgV und ab wann kann man sie gründen?

Die Gesellschaft mit gebundenem Vermögen ist eine geplante eigenständige Rechtsform, bei der alle Gewinne im Unternehmen bleiben müssen. Die beiden zuständigen Bundesministerien haben im März 2026 ein Rahmenkonzept veröffentlicht, das derzeit mit Ländern und Fachkreisen diskutiert wird. Ein fertiger Gesetzentwurf steht noch aus. Bis zur tatsächlichen Gründungsmöglichkeit werden voraussichtlich noch mehrere Monate vergehen — realistisch ist ein Inkrafttreten frühestens 2027 oder später.

Welche Steuerarten betreffen die GmgV?

Die GmgV wird Körperschaftsteuer, Gewerbesteuer und Umsatzsteuer zahlen — identisch zu einer GmbH. Da keine Gewinnausschüttungen möglich sind, entfällt eine Besteuerung auf Gesellschafterebene. Hinzu kommt die Ersatzerbschaftsteuer, die in regelmäßigen Abständen auf das Gesellschaftsvermögen erhoben werden soll. Für Ihre individuelle Situation empfiehlt sich eine Berechnung durch den Steuerberater.

Muss die GmgV einen Jahresabschluss beim Bundesanzeiger offenlegen?

Nach den bisherigen Planungen ja. Als juristische Person mit Körperschaftscharakter gelten voraussichtlich dieselben Offenlegungspflichten wie für eine GmbH — also Pflicht zur doppelten Buchführung und Einreichung des Jahresabschlusses beim Bundesanzeiger innerhalb von zwölf Monaten nach dem Abschlussstichtag.

Profitiert die GmgV vom Gewerbesteuer-Freibetrag?

Nein. Der Freibetrag von 24.500 Euro nach Paragraph 11 Absatz 1 GewStG steht nur Einzelunternehmen und Personengesellschaften zu. Kapitalgesellschaften — und dazu wird die GmgV zählen — unterliegen der Gewerbesteuer ab dem ersten Euro. Außerdem wird der gesetzliche Mindest-Hebesatz voraussichtlich ab 2027 auf 280 Prozent steigen.

Kann ein bestehendes Unternehmen in eine GmgV umgewandelt werden?

Das Rahmenkonzept sieht grundsätzlich die Möglichkeit eines Formwechsels vor, insbesondere im Kontext von Unternehmensnachfolgen. Die konkreten Umwandlungsmodalitäten und die Frage einer steuerneutralen Durchführung hängen allerdings vom endgültigen Gesetzestext ab. Wenn Sie eine solche Umwandlung erwägen, sollten Sie frühzeitig mit einem Steuerberater die steuerlichen Folgen analysieren.

Wer kontrolliert, dass die Vermögensbindung eingehalten wird?

Jede GmgV soll verpflichtend einem genossenschaftlichen Prüfungsverband beitreten. Dieser überwacht die Einhaltung sämtlicher gesetzlicher Vorgaben — einschliesslich der Vermögenssperre. Die Prüfung soll abhängig von der Unternehmensgröße jährlich oder alle zwei Jahre erfolgen. Für Kleinstgesellschaften sind Erleichterungen vorgesehen.


Stand: April 2026

Hinweis: Dieser Artikel dient ausschliesslich der allgemeinen Information und stellt keine steuerliche Beratung dar. Steuerliche Sachverhalte sind individuell verschieden. Für verbindliche Auskünfte wenden Sie sich bitte an einen zugelassenen Steuerberater. Trotz sorgfältiger Recherche übernehmen wir keine Gewähr für die Vollständigkeit und Aktualität der Angaben.

TABAK Steuerberatung – Augustaanlage 33, 68165 Mannheim

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