Wie funktioniert DATEV?

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Stand: März 2026

Wenn Sie mit uns als Ihrer Steuerkanzlei zusammenarbeiten, begegnet Ihnen früher oder später ein Begriff immer wieder: DATEV. Viele Unternehmer fragen sich dann, was dahintersteckt — und ob das wirklich etwas ist, das sie selbst verstehen müssen. Die kurze Antwort: Ja, es lohnt sich. Denn wer versteht, wie DATEV funktioniert, nutzt die Zusammenarbeit mit seiner Kanzlei deutlich effizienter. Dieser Artikel erklärt Ihnen, was DATEV ist, wie das System aufgebaut ist und was das konkret für Sie als Mandant bedeutet.

Was ist DATEV — und warum ist es kein gewöhnliches Softwareunternehmen?

Wie funktioniert DATEV?
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DATEV ist eine eingetragene Genossenschaft mit Sitz in Nürnberg. Das klingt erst einmal trocken, ist aber der entscheidende Unterschied zu anderen Softwareanbietern. Gegründet wurde die Genossenschaft im Jahr 1966 — damals schlossen sich 65 Steuerbevollmächtigte zusammen, um gemeinsam teure Rechnerkapazitäten zu nutzen. Heute zählt DATEV über 40.000 Mitglieder, beschäftigt mehr als 9.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und erzielte im Geschäftsjahr 2024 einen Umsatz von 1,514 Milliarden Euro.

Was bedeutet Genossenschaft für Sie als Mandant? Ganz konkret: Mitglieder können ausschließlich Steuerberater, Wirtschaftsprüfer und Rechtsanwälte sein. Kein Investor, kein Konzern — die Genossenschaft gehört dem Berufsstand, der sie nutzt. Das prägt die Produktentwicklung: DATEV entwickelt Software von Praktikern für Praktiker, ohne den Druck kurzfristiger Gewinnmaximierung.

Wichtiger Hinweis: Als Mandant können Sie DATEV-Produkte nur über Ihre Steuerberatungskanzlei nutzen. Die Kanzlei schaltet Ihnen den Zugang frei und administriert Ihre Berechtigungen — das ist kein bürokratischer Umweg, sondern ein gezielter Datenschutzmechanismus.

Der ursprüngliche Name der Genossenschaft war übrigens ein Zungenbrecher: „Datenverarbeitungsorganisation der Steuerbevollmächtigten für die Angehörigen des steuerberatenden Berufes in der Bundesrepublik Deutschland, Genossenschaft mit beschränkter Haftung.“ Heute steht DATEV stellvertretend für über 200 Softwarelösungen rund um Buchhaltung, Lohnabrechnung, Steuererklärung und digitale Kanzleiprozesse.


Das DATEV-Rechenzentrum: Die sichere Datendrehscheibe

Das Herzstück von DATEV ist kein Programm — es ist das Rechenzentrum in Nürnberg. Alle Daten, die zwischen Ihnen als Mandant und unserer Kanzlei ausgetauscht werden, laufen über diese zentrale Infrastruktur. Das Rechenzentrum ist nach ISO 27001 zertifiziert, einem international anerkannten Standard für Informationssicherheit. Für Sie bedeutet das: Ihre Finanzdaten liegen nicht irgendwo in einer anonymen Cloud, sondern in einer streng kontrollierten deutschen Infrastruktur.

Über dieses Rechenzentrum verbindet DATEV nicht nur Kanzleien und Mandanten miteinander. Es fungiert gleichzeitig als Schnittstelle zu rund 200 Institutionen in Deutschland — darunter Finanzverwaltungen, Sozialversicherungsträger, Krankenkassen und Banken. Wenn wir Ihre Steuererklärung elektronisch an das Finanzamt übermitteln, geschieht das über die integrierte ELSTER-Schnittstelle direkt aus dem DATEV-System heraus. Ein separater manueller Übertragungsschritt entfällt vollständig.

  • Datensicherheit. Alle Übertragungen zwischen Mandant, Kanzlei und Behörden erfolgen verschlüsselt über das DATEV-Rechenzentrum — kein ungesicherter E-Mail-Versand sensibler Unterlagen.
  • Revisionssichere Archivierung. Belege und Auswertungen werden GoBD-konform im DATEV-Rechenzentrum gespeichert, sodass sie bei einer Betriebsprüfung vollständig und unveränderbar vorliegen.
  • ELSTER-Integration. Steuererklärungen, Umsatzsteuer-Voranmeldungen und E-Bilanzen werden direkt über die DATEV-Cloud an die Finanzverwaltung übermittelt — ohne Medienbruch.
  • Behördenanbindung. Lohndaten fließen automatisch zu Sozialversicherungsträgern und Krankenkassen, Jahresabschlussdaten können direkt an das Finanzamt übertragen werden.

Weiterlesen:Digitale Buchhaltung mit DATEV Unternehmen online — Funktionen & Kosten


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DATEV Unternehmen online: So funktioniert die Zusammenarbeit mit Ihrer Kanzlei

Das Produkt, das Sie als Unternehmer am direktesten betrifft, heißt DATEV Unternehmen online. Vereinfacht gesagt ist es eine browserbasierte Plattform, über die Sie Belege digital an unsere Kanzlei übergeben und im Gegenzug aktuelle Auswertungen abrufen können. Keine Pendelordner, kein Papierchaos, kein Warten auf die nächste Besprechung.

Rund 685.000 Nutzer tauschen über diese Plattform Belege von mehr als 1,5 Millionen Unternehmen aus — das zeigen aktuelle Zahlen aus der DATEV-Jahrespressekonferenz 2025. Das Wachstum hat sich seit Einführung der E-Rechnungspflicht zum 1. Januar 2025 nochmals deutlich beschleunigt, da Unternehmen seither im B2B-Bereich E-Rechnungen empfangen und verarbeiten müssen.

So läuft der Prozess in der Praxis ab

Stellen Sie sich vor: Sie erhalten eine Eingangsrechnung. Statt sie auszudrucken, abzuheften und monatlich in einem Ordner zur Kanzlei zu bringen, fotografieren Sie sie einfach mit der DATEV Upload-App auf Ihrem Smartphone — oder leiten sie per Scanner direkt in die Plattform weiter. Die Rechnung landet sofort im DATEV-Rechenzentrum. Unsere Kanzlei ruft die Daten automatisiert ab und bucht sie in der Finanzbuchhaltung.

Besonders praktisch: Das System liest buchungsrelevante Informationen wie Geschäftspartnername und IBAN direkt aus dem Belegbild aus und befüllt die Erfassungsfelder weitgehend automatisch. Das spart Zeit auf beiden Seiten. Und für Sie als Unternehmer gibt es einen weiteren Vorteil, der in der Praxis oft unterschätzt wird: Auswertungen wie die betriebswirtschaftliche Auswertung (BWA) oder Summen- und Saldenlisten stehen Ihnen in DATEV Unternehmen online jederzeit aktuell zur Verfügung — ohne dass Sie danach fragen oder auf eine E-Mail warten müssen.

Wichtiger Hinweis: Viele Mandanten nutzen DATEV Unternehmen online ausschließlich als digitalen Belegeinwurf. Das verschenkt erhebliches Potenzial. Wer auch die Auswertungsfunktionen nutzt, hat seine Zahlen jederzeit im Blick — und ist bei Bankgesprächen oder Investitionsentscheidungen deutlich besser vorbereitet.

Zugang und Sicherheit

Für den Zugriff auf DATEV Unternehmen online benötigt jeder Nutzer ein personalisiertes Zugangsmedium. Zur Wahl stehen der DATEV SmartLogin — eine App-basierte Authentifizierung per QR-Code-Scan für Android und iOS — sowie der DATEV mIDentity-Stick mit SmartCard. Beide Verfahren stellen sicher, dass ausschließlich berechtigte Personen auf die Daten zugreifen können. Die Rechteverwaltung liegt bei der Kanzlei: Sie entscheidet, welche Mitarbeiter welche Bereiche sehen dürfen.


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Was DATEV für Sie als Unternehmer konkret bedeutet

Lassen Sie uns das Ganze auf den Punkt bringen — nicht als Technikbeschreibung, sondern aus Ihrer unternehmerischen Perspektive.

  • Zeitersparnis im Belegwesen. Wer Belege digital übergibt, spart sich den monatlichen Aufwand des Sortierens, Heftens und physischen Transports. In der Praxis berichten Mandanten von einer deutlichen Entlastung im Tagesgeschäft.
  • Aktuelle Zahlen ohne Wartezeit. Betriebswirtschaftliche Auswertungen stehen in DATEV Unternehmen online zeitnah bereit. Das ermöglicht eine fundierte Unternehmenssteuerung statt eines Blicks in den Rückspiegel.
  • E-Rechnungskonformität. Seit dem 1. Januar 2025 müssen alle Unternehmen im B2B-Bereich E-Rechnungen empfangen und verarbeiten können. DATEV Unternehmen online unterstützt diesen Standard gemäß der EU-Norm EN 16931 vollständig.
  • Rechtssicherheit bei Betriebsprüfungen. Alle Belege werden revisionssicher im DATEV-Rechenzentrum archiviert. Bei einer Betriebsprüfung liegen die Unterlagen vollständig und unveränderbar vor — das reduziert Risiken erheblich.
  • Direkte Verbindung zur Finanzverwaltung. Steuererklärungen, Voranmeldungen und Meldungen an Sozialversicherungsträger werden über integrierte Schnittstellen direkt übermittelt. Manuelle Zwischenschritte entfallen.

Tipp: Eine Prüfung im Einzelfall, welche DATEV-Module für Ihr Unternehmen sinnvoll sind, empfiehlt sich in einem persönlichen Gespräch mit Ihrer Steuerberaterin oder Ihrem Steuerberater.

Das Modulprinzip: DATEV wächst mit Ihrem Unternehmen

DATEV ist kein monolithisches System, das man entweder ganz oder gar nicht nutzt. Es funktioniert nach einem Modulprinzip: Jedes Unternehmen kann genau die Funktionen aktivieren, die es tatsächlich benötigt. Kleine Einzelunternehmer starten oft mit der Basislösung für Belegupload und Finanzbuchhaltung. Wächst das Unternehmen, kommen Module für Lohnabrechnung, Kassenbuch, Auftragswesen oder Liquiditätsplanung hinzu.

Für die Lohnabrechnung etwa übermittelt DATEV Gehaltsdaten automatisch an Krankenkassen und Sozialversicherungsträger. Gehaltsabrechnungen können Ihren Mitarbeitern digital über DATEV Arbeitnehmer online bereitgestellt werden — das spart Druck- und Portokosten und beschleunigt den gesamten Prozess. Die Personalwirtschaft ist damit genauso durchgängig digital wie das Rechnungswesen.

Zusätzlich verfügt DATEV über eine Vielzahl von Schnittstellen zu externen Systemen. Wer bereits ein Warenwirtschafts- oder ERP-System nutzt, kann die Daten daraus in die DATEV-Cloud übermitteln — ohne manuelle Doppelerfassung. Das ist besonders für wachsende mittelständische Unternehmen relevant, die verschiedene Softwarelösungen parallel einsetzen.


Häufig gestellte Fragen

Wie funktioniert DATEV für Mandanten ohne Buchhaltungskenntnisse?

DATEV Unternehmen online ist als Webanwendung gestaltet, die ohne Installation auf jedem modernen Browser läuft. Für Mandanten beschränkt sich die Nutzung in der Praxis meist auf das Hochladen von Belegen per App oder Scanner sowie den Abruf von Auswertungen. Tiefe Buchhaltungskenntnisse sind dafür nicht erforderlich — die eigentliche Buchführung liegt weiterhin bei der Kanzlei.

Was kostet DATEV Unternehmen online für mein Unternehmen?

Die Grundgebühr für Kanzleien ist kostenfrei. Für Unternehmen und Mandanten fallen monatliche Nutzungsgebühren an, die je nach genutzten Modulen variieren. Laut verfügbaren Preisangaben beginnt die Grundnutzung bei rund 11 Euro netto pro Monat; hinzu kommen Kosten für optionale Zusatzmodule wie Belege online oder den Bankdatenservice. Da die Kanzlei die Bestellung in der Regel übernimmt und die Preisstruktur von den genutzten Funktionen abhängt, empfiehlt sich eine individuelle Abstimmung mit Ihrer Steuerberaterin oder Ihrem Steuerberater.

Welche häufigen Fehler machen Unternehmer bei der DATEV-Nutzung?

Der verbreitetste Fehler: Mandanten nutzen DATEV Unternehmen online ausschließlich als digitalen Belegeinwurf und ignorieren die Auswertungsfunktionen. Dabei stehen BWA, Summen- und Saldenliste sowie Liquiditätsübersichten jederzeit aktuell zur Verfügung — ohne Anfrage bei der Kanzlei. Ein weiterer Fehler ist die unvollständige Belegerfassung: Fehlen Eingangsrechnungen oder Kassenbons, entstehen Lücken in der Buchhaltung, die später aufwendig nachgepflegt werden müssen.

Kann jedes Unternehmen DATEV nutzen, oder gibt es Voraussetzungen?

Grundsätzlich kann jedes Unternehmen DATEV Unternehmen online nutzen — vom Einzelunternehmer bis zur GmbH. Voraussetzung ist die Zusammenarbeit mit einer DATEV-Mitgliedskanzlei, also einem Steuerberater, Wirtschaftsprüfer oder Rechtsanwalt, der der DATEV-Genossenschaft angehört. Die Kanzlei schaltet den Mandantenzugang frei und administriert die Berechtigungen. Eine direkte Bestellung ohne Kanzlei ist grundsätzlich nicht vorgesehen.

Wie sicher sind meine Daten in der DATEV-Cloud?

Das DATEV-Rechenzentrum ist nach ISO 27001 zertifiziert und gilt als eines der sichersten Rechenzentren in Deutschland. Alle Datenübertragungen erfolgen verschlüsselt. Jeder Nutzer benötigt ein personalisiertes Zugangsmedium — entweder den DATEV SmartLogin per App oder einen Hardware-Stick mit SmartCard. Eine unbefugte Nutzung durch Dritte ist durch diese Zwei-Faktor-Authentifizierung technisch ausgeschlossen.

Muss ich als Mandant DATEV selbst bedienen, oder macht das die Kanzlei?

Das ist individuell gestaltbar. Manche Mandanten übergeben nur Belege digital und überlassen alles andere der Kanzlei. Andere nutzen die Plattform aktiv für Auswertungen, Rechnungsstellung über das Modul Auftragswesen oder die Freigabe von Belegen im Team. Welches Modell für Sie sinnvoll ist, hängt von Ihrer Unternehmensgröße, Ihren internen Prozessen und Ihrem Zeitbudget ab — eine Prüfung im Einzelfall ist empfehlenswert.

Hinweis: Dieser Artikel dient ausschließlich der allgemeinen Information und stellt keine steuerliche Beratung dar. Steuerliche Sachverhalte sind individuell verschieden. Für verbindliche Auskünfte wenden Sie sich bitte an einen zugelassenen Steuerberater. Trotz sorgfältiger Recherche übernehmen wir keine Gewähr für die Vollständigkeit und Aktualität der Angaben.

TABAK Steuerberatung
Augustaanlage 33, 68165 Mannheim
Inhaberin & Steuerberaterin: Fatma Tabak-Özkul

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