Steuer-Glossar · G

GmbH einfach erklärt.

Die Gesellschaft mit beschränkter Haftung ist die beliebteste Kapitalgesellschaft Deutschlands: eigenes Steuersubjekt, Haftung auf das Gesellschaftsvermögen begrenzt, Stammkapital ab 25.000 Euro. Hier lesen Sie, wie die GmbH besteuert wird — und wann sie sich lohnt.

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Das Wichtigste in Kürze

  • Mindest-Stammkapital 25.000 Euro; zur Gründung muss mindestens die Hälfte (12.500 Euro) eingezahlt sein.
  • Die GmbH zahlt selbst Steuern: 15 % Körperschaftsteuer plus Solidaritätszuschlag plus Gewerbesteuer — zusammen je nach Hebesatz rund 30 Prozent.
  • Gesellschafter haften grundsätzlich nicht mit dem Privatvermögen — Ausnahmen: persönliche Bürgschaften und Pflichtverletzungen des Geschäftsführers.
  • Ausschüttungen lösen eine zweite Besteuerungsebene aus: Kapitalertragsteuer oder Teileinkünfteverfahren.
  • Ab 2028 sinkt die Körperschaftsteuer schrittweise von 15 auf 10 % (2032) — die GmbH wird noch attraktiver.
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01Grundlagen

Was die GmbH von allen anderen Rechtsformen unterscheidet.

Die GmbH ist eine juristische Person: Sie schließt selbst Verträge, besitzt selbst Vermögen und zahlt selbst Steuern. Für Verbindlichkeiten haftet grundsätzlich nur das Gesellschaftsvermögen — das ist der zentrale Unterschied zu Einzelunternehmen und GbR, bei denen der Inhaber mit allem haftet, was er besitzt.

Gegründet wird beim Notar, mit Eintragung ins Handelsregister. Das Stammkapital von 25.000 Euro muss nicht auf dem Konto liegen bleiben — es ist Arbeitskapital der Gesellschaft. Wer die Summe (noch) nicht aufbringt, kann mit der UG (haftungsbeschränkt) ab 1 Euro starten und später zur GmbH aufstocken; bis dahin gilt eine gesetzliche Rücklagenpflicht von 25 % des Jahresüberschusses.

Der Geschäftsführer führt die Geschäfte und ist häufig zugleich Gesellschafter. Sein Gehalt ist Betriebsausgabe der GmbH — steuerlich ein mächtiger Hebel, aber auch ein Prüfungsschwerpunkt: Unangemessen hohe oder vertraglich unsaubere Vergütungen wertet das Finanzamt als verdeckte Gewinnausschüttung.

02Besteuerung

Zwei Ebenen: erst die GmbH, dann der Gesellschafter.

Auf Ebene der Gesellschaft fallen Körperschaftsteuer (15 %), Solidaritätszuschlag (5,5 % der KSt) und Gewerbesteuer an — deren Höhe bestimmt der Hebesatz der Gemeinde. Das Beispiel rechts zeigt die Rechnung für eine Stadt mit Hebesatz 450 %.

Die zweite Ebene zündet erst bei der Ausschüttung: Privat gehaltene Anteile → 25 % Kapitalertragsteuer plus Soli. Bei Beteiligungen ab 25 % (oder 1 % mit beruflicher Tätigkeit) kann das Teileinkünfteverfahren günstiger sein. Wer Gewinne reinvestiert statt ausschüttet — etwa über eine Holding — schiebt die zweite Ebene komplett auf.

Genau hier entsteht Gestaltungsspielraum: Gehalt vs. Ausschüttung, Thesaurierung vs. Entnahme, Holding vs. Direktbeteiligung. Die optimale Mischung hängt von Gewinn, Lebenssituation und Zielen ab.

Rechenbeispiel: GmbH mit 200.000 € Gewinn (Hebesatz 450 %)
  • Körperschaftsteuer (15 %)30.000 €
  • Solidaritätszuschlag (5,5 % der KSt)1.650 €
  • Gewerbesteuer (3,5 % × 450 %)31.500 €
  • Gesamtbelastung (≈ 31,6 %)63.150 €
Stand 2026, einbehaltene Gewinne. Bei Ausschüttung kommt die Kapitalertragsteuer des Gesellschafters hinzu.
03Einordnung

Wann sich die GmbH lohnt — und wann nicht.

  • Pro GmbH: Haftungsschutz, niedrige Thesaurierungsbelastung (~30 %, sinkend ab 2028), klare Trennung von Firmen- und Privatsphäre, einfachere Beteiligung von Investoren und Nachfolgern, Geschäftsführergehalt als Betriebsausgabe.
  • Contra GmbH: Bilanzpflicht samt Offenlegung im Unternehmensregister, Notar- und Registerkosten, strengere Formalien (Gesellschafterbeschlüsse, Verträge müssen dem Fremdvergleich standhalten), Verluste bleiben in der Gesellschaft gefangen.
  • Faustregel: Je höher der Gewinn und je größer der Anteil, der im Unternehmen bleibt, desto stärker spielt die GmbH ihre Vorteile aus. Wer den Gewinn vollständig privat entnimmt, fährt mit Personenunternehmen oft gleich gut oder besser — das ist ein Rechenfall, kein Bauchgefühl.
04Häufige Fragen

GmbH — kurz beantwortet.

Wie viel Steuern zahlt eine GmbH insgesamt?
Auf einbehaltene Gewinne rund 30 Prozent: 15 % Körperschaftsteuer, 5,5 % Soli darauf und Gewerbesteuer je nach Hebesatz der Gemeinde (bei 450 % sind es 15,75 %). Ab 2028 sinkt die Körperschaftsteuer schrittweise auf 10 % im Jahr 2032.
Muss ich die 25.000 Euro Stammkapital komplett einzahlen?
Zur Anmeldung genügt die Hälfte — 12.500 Euro. Die zweite Hälfte kann die Gesellschafterversammlung später einfordern. Wichtig: Bis zur vollen Einzahlung haften Gesellschafter in Höhe des offenen Restbetrags persönlich.
Was ist der Unterschied zwischen GmbH und UG?
Die UG (haftungsbeschränkt) ist eine GmbH-Variante ab 1 Euro Stammkapital. Sie muss jährlich 25 % des Überschusses in eine Rücklage einstellen, bis 25.000 Euro erreicht sind — dann ist die Umfirmierung zur GmbH möglich. Steuerlich werden beide identisch behandelt.
Schützt die GmbH mein Privatvermögen wirklich?
Grundsätzlich ja — mit zwei großen Ausnahmen: Banken verlangen von Gesellschafter-Geschäftsführern häufig persönliche Bürgschaften, und wer als Geschäftsführer Pflichten verletzt (etwa Steuern oder Sozialabgaben nicht abführt), haftet persönlich.
Kann ich mein Einzelunternehmen in eine GmbH umwandeln?
Ja — steuerneutral per Einbringung nach dem Umwandlungssteuergesetz, wenn die Voraussetzungen stimmen. Der richtige Zeitpunkt und die Bewertung entscheiden darüber, ob stille Reserven unversteuert übergehen. Das gehört in professionelle Hände.

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