Steuer-Glossar · K

Kapitalertragsteuer einfach erklärt.

Die Kapitalertragsteuer ist eine Quellensteuer auf Kapitalerträge: Zinsen, Dividenden und Kursgewinne. Die Bank behält 25 Prozent plus Solidaritätszuschlag direkt ein — als Abgeltungsteuer ist die Sache damit für Privatanleger meist erledigt. Für GmbH-Gesellschafter gelten Sonderregeln, die bares Geld wert sind.

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Das Wichtigste in Kürze

  • Steuersatz 25 % plus 5,5 % Solidaritätszuschlag darauf = 26,375 %; mit Kirchensteuer bis zu rund 28 %.
  • Der Sparer-Pauschbetrag stellt 1.000 Euro pro Jahr steuerfrei (Ehepaare: 2.000 Euro) — Freistellungsauftrag bei der Bank nicht vergessen.
  • Die Bank führt die Steuer automatisch ab (Abgeltungswirkung) — in der Steuererklärung taucht der Ertrag dann normalerweise nicht mehr auf.
  • Liegt Ihr persönlicher Steuersatz unter 25 %, holt die Günstigerprüfung in der Steuererklärung die Differenz zurück.
  • GmbH-Gesellschafter ab 25 % Beteiligung können ins Teileinkünfteverfahren wechseln; Holdings kassieren Dividenden zu 95 % steuerfrei (§ 8b KStG).
Ausschüttung geplant — Abgeltungsteuer oder Teileinkünfteverfahren?
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01Funktionsweise

Quellensteuer mit Abgeltungswirkung: So läuft der Einbehalt.

Die Kapitalertragsteuer wird an der Quelle erhoben: Wer die Erträge auszahlt — Bank, Fondsgesellschaft oder die eigene GmbH — behält die Steuer ein und führt sie ans Finanzamt ab. Für private Anleger wirkt sie als Abgeltungsteuer (§ 32d EStG): Mit dem Einbehalt ist die Einkommensteuer auf diese Erträge abgegolten, unabhängig vom persönlichen Steuersatz.

Das ist ein Privileg für Gutverdiener — wer 42 % Spitzensteuersatz zahlt, versteuert Kapitalerträge trotzdem nur mit 25 %. Umgekehrt gilt: Liegt der persönliche Satz darunter (etwa im Ruhestand oder in Verlustjahren), lohnt die Günstigerprüfung per Anlage KAP — das Finanzamt rechnet dann mit dem niedrigeren Tarif und erstattet die Differenz.

Verluste aus Kapitalanlagen verrechnet die Bank automatisch im Verlustverrechnungstopf — aber nur innerhalb desselben Instituts. Wer bei mehreren Banken handelt, braucht Verlustbescheinigungen und die Steuererklärung, um töpfeübergreifend zu verrechnen.

02Für Unternehmer

GmbH-Ausschüttung: Warum 25 % nicht immer das Ende der Rechnung ist.

Schüttet Ihre GmbH aus, behält sie Kapitalertragsteuer ein — das Beispiel rechts zeigt die Rechnung für 50.000 Euro Dividende. Doch für Gesellschafter gibt es zwei Alternativen zur Abgeltungsteuer:

Teileinkünfteverfahren (ab 25 % Beteiligung oder 1 % plus maßgebliche Tätigkeit): 40 % der Dividende bleiben steuerfrei, 60 % unterliegen dem persönlichen Satz — dafür sind anteilige Werbungskosten (z. B. Finanzierungszinsen für den Anteilskauf) abziehbar, was bei der Abgeltungsteuer ausgeschlossen ist.

Holding-Struktur: Fließt die Dividende an eine Kapitalgesellschaft mit mindestens 10 % Beteiligung, stellt § 8b KStG sie zu 95 % frei — effektive Belastung rund 1,5 %. Ideal, wenn Gewinne reinvestiert statt privat konsumiert werden sollen.

Rechenbeispiel: 50.000 € Dividende, privat gehalten
  • Kapitalertragsteuer (25 %)12.500 €
  • Solidaritätszuschlag (5,5 % der KapESt)687,50 €
  • Netto beim Gesellschafter36.812,50 €
  • Gesamtabzug (26,375 %)13.187,50 €
Stand 2026, ohne Kirchensteuer und ohne Sparer-Pauschbetrag. Mit Teileinkünfteverfahren oder Holding kann die Rechnung deutlich anders ausfallen.
03Häufige Fragen

Kapitalertragsteuer — kurz beantwortet.

Was ist der Unterschied zwischen Kapitalertragsteuer und Abgeltungsteuer?
Kapitalertragsteuer ist der Oberbegriff für die Quellensteuer auf Kapitalerträge. Abgeltungsteuer beschreibt ihre Wirkung bei Privatanlegern: Mit dem Einbehalt von 25 % ist die Einkommensteuer abgegolten — der Ertrag muss nicht mehr in die Steuererklärung.
Wie nutze ich den Sparer-Pauschbetrag optimal?
Mit Freistellungsaufträgen: 1.000 Euro (Ehepaare 2.000 Euro) lassen sich auf mehrere Banken verteilen. Ohne Auftrag behält die Bank ab dem ersten Euro Steuer ein — die holen Sie dann erst über die Steuererklärung zurück.
Wann lohnt sich die Günstigerprüfung?
Wenn Ihr persönlicher Grenzsteuersatz unter 25 % liegt — typisch bei Rentnern, Studierenden oder in Jahren mit niedrigem Einkommen. Der Antrag in der Anlage KAP kostet nichts: Das Finanzamt wendet automatisch die günstigere Variante an.
Zahlt eine GmbH auf ihre eigenen Kapitalerträge auch Abgeltungsteuer?
Nein — bei Kapitalgesellschaften gibt es keine Abgeltungswirkung. Einbehaltene Kapitalertragsteuer wird wie eine Vorauszahlung auf die Körperschaftsteuer angerechnet. Dividenden aus Beteiligungen ab 10 % sind nach § 8b KStG zu 95 % steuerfrei.
Was passiert bei ausländischen Aktien mit Quellensteuer?
Der ausländische Staat behält seine eigene Quellensteuer ein. Nach den meisten Doppelbesteuerungsabkommen sind bis zu 15 % auf die deutsche Kapitalertragsteuer anrechenbar — den Rest müssen Sie sich im Quellenstaat erstatten lassen. Die Bank rechnet die 15 % in der Regel automatisch an.

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