Steuer-Glossar · K

Körperschaftsteuer einfach erklärt.

Die Körperschaftsteuer ist die Einkommensteuer der juristischen Personen: GmbH, UG, AG und Genossenschaften zahlen 15 Prozent auf ihr zu versteuerndes Einkommen. Und es kommt Bewegung in den Satz — ab 2028 sinkt er in fünf Schritten auf 10 Prozent.

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Das Wichtigste in Kürze

  • Steuersatz 15 % (2026/2027) plus 5,5 % Solidaritätszuschlag darauf = 15,825 %.
  • Steuerpflichtig sind Kapitalgesellschaften, Genossenschaften, Vereine und Stiftungen — nicht aber Einzelunternehmen und klassische Personengesellschaften.
  • Zusammen mit der Gewerbesteuer liegt die Gesamtbelastung einer GmbH je nach Hebesatz bei rund 30 Prozent.
  • Beschlossen (BGBl. Juli 2025): Ab 2028 sinkt der Satz jährlich um einen Punkt — auf 10 % im Jahr 2032. Gesamtbelastung dann nur noch rund 25 %.
  • Ausschüttungen an Gesellschafter lösen zusätzlich Kapitalertragsteuer aus — die Körperschaftsteuer ist nur die erste Besteuerungsebene.
Thesaurieren, ausschütten oder umstrukturieren — was rechnet sich ab 2028?
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01Grundlagen

Wer sie zahlt, worauf sie fällt — und was abziehbar ist.

Bemessungsgrundlage ist das zu versteuernde Einkommen der Körperschaft — im Kern der handelsrechtliche Gewinn, korrigiert um steuerliche Sonderregeln: nicht abziehbare Aufwendungen (etwa die Gewerbesteuer selbst, die Hälfte der Aufsichtsratsvergütungen, 30 % der Bewirtungskosten), steuerfreie Erträge und verdeckte Gewinnausschüttungen.

Zwei Vorschriften sollte jeder GmbH-Gesellschafter kennen: § 8b KStG stellt Dividenden und Veräußerungsgewinne aus Beteiligungen an anderen Kapitalgesellschaften zu 95 % frei — das Fundament jeder Holding-Struktur. Und die verdeckte Gewinnausschüttung: Zahlt die GmbH ihrem Gesellschafter mehr, als sie einem Fremden zahlen würde (überhöhtes Gehalt, zinsloses Darlehen, private Kosten), korrigiert das Finanzamt den Gewinn nach oben — der häufigste Streitpunkt jeder Betriebsprüfung bei Kapitalgesellschaften.

Verluste bleiben in der Körperschaft: Rücktrag bis zwei Jahre, Vortrag unbegrenzt — oberhalb von 1 Mio. Euro aber nur zu 70 % pro Jahr nutzbar (Mindestbesteuerung). Bei Gesellschafterwechseln über 50 % droht der Untergang der Verlustvorträge (§ 8c KStG) — vor jedem Anteilsverkauf prüfen!

02Reform

Der Senkungspfad: von 15 auf 10 Prozent in fünf Schritten.

Mit dem steuerlichen Investitionssofortprogramm (verkündet im Juli 2025) hat der Gesetzgeber die größte Unternehmenssteuersenkung seit 2008 beschlossen — sie steht im Gesetz, beginnt aber erst 2028. Die Tabelle rechts zeigt den Fahrplan.

Was das strategisch bedeutet: Gewinne, die eine GmbH thesauriert, werden Jahr für Jahr günstiger besteuert — 2032 liegt die Gesamtbelastung nur noch bei rund 25 %. Wer heute über Rechtsform, Holding oder den Zeitpunkt größerer Gewinnrealisierungen nachdenkt, sollte den Pfad einrechnen: Eine stille Reserve, die 2032 statt 2027 realisiert wird, spart fünf Prozentpunkte Körperschaftsteuer.

Parallel sinkt ab 2028 auch der Thesaurierungssteuersatz für Personenunternehmen (§ 34a EStG) in drei Schritten — der Rechtsformvergleich muss also neu gerechnet werden.

Körperschaftsteuersatz — gesetzlicher Fahrplan
  • 2026 / 202715 %
  • 202814 %
  • 202913 %
  • 203012 %
  • 203111 %
  • ab 203210 %
§ 23 Abs. 1 KStG i. d. F. des Investitionssofortprogramms, BGBl. Juli 2025. Zzgl. Soli und Gewerbesteuer.
03Häufige Fragen

Körperschaftsteuer — kurz beantwortet.

Was ist der Unterschied zwischen Körperschaftsteuer und Gewerbesteuer?
Die Körperschaftsteuer geht an den Bund und die Länder und beträgt bundesweit einheitlich 15 %. Die Gewerbesteuer geht an die Gemeinde und hängt vom örtlichen Hebesatz ab. Eine GmbH zahlt immer beide — zusammen rund 30 % auf den Gewinn.
Zahlen auch Vereine Körperschaftsteuer?
Nur auf wirtschaftliche Geschäftsbetriebe — und auch dort gilt ein Freibetrag von 5.000 Euro. Gemeinnützige Vereine sind mit ihrem ideellen Bereich, der Vermögensverwaltung und Zweckbetrieben befreit.
Gilt die Senkung ab 2028 automatisch?
Ja — sie ist bereits im Bundesgesetzblatt verkündet und braucht keinen weiteren Beschluss. Der Satz sinkt kraft Gesetzes ab dem Veranlagungszeitraum 2028 jährlich um einen Punkt bis auf 10 % im Jahr 2032.
Was ist eine verdeckte Gewinnausschüttung?
Jeder Vermögensvorteil, den die GmbH ihrem Gesellschafter außerhalb der offenen Gewinnverteilung zuwendet und den sie einem fremden Dritten nicht gewährt hätte — überhöhtes Gehalt, unverzinstes Darlehen, privat genutzte Firmenleistungen. Folge: Gewinnkorrektur bei der GmbH plus Besteuerung beim Gesellschafter.
Kann eine Personengesellschaft zur Körperschaftsteuer wechseln?
Ja — per Option nach § 1a KStG lassen sich Personenhandelsgesellschaften, Partnerschaftsgesellschaften und seit dem Wachstumschancengesetz auch eingetragene GbR wie eine Kapitalgesellschaft besteuern, ohne die Rechtsform zu wechseln. Ob sich das rechnet, hängt vor allem von der Thesaurierungsquote ab.

Der Senkungspfad verändert jede Rechtsform-Rechnung. Wir kalkulieren Ihre Struktur neu — Erstgespräch kostenlos.

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