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Share Deal einfach erklärt.

Der Unternehmens- oder Immobilienkauf über Gesellschaftsanteile statt einzelner Wirtschaftsgüter — mit eigenen Steuerregeln bei Grunderwerbsteuer, AfA und Haftung.

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Das Wichtigste in Kürze

  • Prinzip: Gekauft wird die Gesellschaft (Anteile), nicht das Objekt selbst — Gegenstück zum Asset Deal.
  • Grunderwerbsteuer: fällt beim Immobilien-Share-Deal erst an, wenn mindestens 90 % der Anteile binnen zehn Jahren übergehen (§ 1 Abs. 2a/2b GrEStG) — die frühere 95-%-Schwelle wurde 2021 verschärft.
  • Verkäufersicht: Anteilsverkauf aus einer Holding ist zu 95 % steuerfrei (§ 8b KStG) — deshalb bevorzugen Verkäufer fast immer den Share Deal.
  • Käufersicht: kein Step-up — die alten Buchwerte laufen weiter, es entsteht kein neues AfA-Volumen; dafür übernimmt man alle Historie und Risiken der Gesellschaft.
  • Preisfindung: Der Steuervor-/nachteil beider Seiten wird üblicherweise im Kaufpreis verhandelt („Share-Deal-Abschlag“).
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01Zwei Welten, ein Kaufobjekt

Verkäufer lieben Share Deals — Käufer müssen rechnen.

Die Interessen sind gegenläufig: Der Verkäufer realisiert über die Holding einen fast steuerfreien Exit (§ 8b KStG, effektiv ~1,5 %), der Käufer verliert dafür das frische AfA-Volumen des Asset Deals und kauft die komplette Gesellschafts-Historie mit — von Steuerrisiken bis Altverträgen. Eine belastbare Tax Due Diligence und Garantien im Kaufvertrag sind beim Share Deal keine Kür, sondern Pflicht.

Beim Immobilien-Share-Deal lockt die Grunderwerbsteuer-Ersparnis: Unterhalb der 90-%-Schwelle (mit Co-Investor und Zehnjahresfrist) fällt keine GrESt an — bei einem 20-Mio.-Portfolio in NRW immerhin 1,3 Mio. €. Die Strukturen sind seit 2021 enger und fehleranfälliger geworden; die Grundlagen zeigt der Grunderwerbsteuer-Rechner, die Detailregeln der Glossar-Begriff Grunderwerbsteuer.

02Häufige Fragen

Share Deal — kurz beantwortet.

Was ist der Unterschied zwischen Share Deal und Asset Deal?
Beim Share Deal kauft man die Gesellschaftsanteile (mit allem, was in der Gesellschaft steckt — auch Risiken), beim Asset Deal die einzelnen Wirtschaftsgüter (mit neuem Abschreibungsvolumen, aber Grunderwerbsteuer bei Immobilien und höherem Umsetzungsaufwand).
Wann spart der Share Deal die Grunderwerbsteuer?
Wenn binnen zehn Jahren weniger als 90 % der Anteile auf neue Gesellschafter übergehen — klassisch mit einem Co-Investor, der dauerhaft über 10 % hält. Die Regeln des § 1 Abs. 2a/2b GrEStG sind komplex; Fehler lösen die volle Steuer rückwirkend aus.
Warum ist der Kaufpreis beim Share Deal meist niedriger?
Weil der Käufer Nachteile einpreist: kein Step-up der Buchwerte (weniger AfA), übernommene latente Steuern auf stille Reserven und das Risiko der Gesellschafts-Historie. Der Abschlag ist Verhandlungssache — und ohne saubere Steuerrechnung verschenkt eine Seite Geld.
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